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  • Denkmaltag 2005: pflegen, umnutzen, weiterbauen im historischen kontext

    Wohnhaus in Wartau Azmoos SG.

    11./12. September 2005

     

    Mit «vorher : nachher – pflegen, umnutzen, weiterbauen im historischen kontext» greift der diesjährige Denkmaltag ein aktuelles Thema auf, über das momentan in Architekturzeitschriften, Büchern und an Tagungen rege debattiert wird. Die Zahl der Bauvorhaben, die den Altbaubestand betreffen, ist in Westeuropa stetig am Wachsen; in der Schweiz sind es mehr als die Hälfte.

     

    «Bauen im Bestand» hat die Bau-Euphorie der Nachkriegszeit und die florierenden 1970er- und 80er-Jahre abgelöst. Bedingt durch den raschen und tief greifenden Strukturwandel im Agrar- und Industriesektor und der Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft hat das Thema an Aktualität gewonnen und geniesst ein immer höheres Ansehen. Bauaufgaben, die sich mit «Alt – Neu» beschäftigen und von unterschiedlichster Grösse wie Komplexität sind, bergen viele Fragen und ein grosses Konfliktpotential, eröffnen aber auch ungeahnte Chancen: Die vielfältigen Strategien reichen von kleinen pflegenden Interventionen zu Transformationen über zeitgenössisches Weiterbauen in historischer Umgebung.

     

    Die 12. Ausgabe des Denkmaltages bietet wiederum die Möglichkeit, in der ganzen Schweiz über 200 Denkmäler unter fachkundiger Führung zu entdecken, und lädt zu einer Auseinandersetzung mit diesem spannenden Thema ein. Im September können die Besuchenden sich auf eine Zeitreise begeben: Jede Generation und jede Epoche hat sich mit ihrem baulichen Erbe beschäftigt und ihre Schwerpunkte gelegt.

     

    Die wechselvollen Klostergeschichten von Engelberg, St. Gallen und des baselstädtischen Augustiner-Chorherrenstifts reichen weit ins Mittelalter zurück. Auf dem Rundgang durch die Klosterkirche von Engelberg, im 18. Jahrhundert nach einem verheerenden Brand neu gebaut, kann der «vorher:nachher»-Effekt eindrücklich nachvollzogen werden: Ein Teil ist bereits restauriert, ein anderer noch unrestauriert. Der sonst verschlossene Dachstuhl und die aufgefrischte Sakristei sind zu besichtigen. In St. Gallen haben die Folgen der Französischen Revolution und die Gründung des Kantons St. Gallen zur Aufhebung der Fürstabtei geführt, deren Verwaltungsgebäude sogleich vom neugeborenen Kanton bezogen wurden. Eine eindrückliche Folge von unterschiedlichen Umnutzungen erlebte das Augustiner-Chorherrenstift auf dem Leonhardshügel in Basel. Nach seiner Aufhebung als Amtssitz des Lohnherrn diente es dem Strafvollzug, der Staatsanwaltschaft und der Polizei und heute – nach phantasievollen und architektonisch überzeugenden Interventionen – beherbergt es neben Wohnungen, ein Musikmuseum und ein Hotel mit dem sinnigen Namen «au violon».

     

    Die Wohnhäuser zahlreicher Privater öffnen ihre Türen. Von der Bauherrschaft, den Architekten und Denkmalpflegern erfahren die Besuchenden: Wie das baufällige Bauerhaus von Noville gerettet, wie in Bürglen auf den Grundmauern eines Stalles ein modernes Wohnhaus errichtet, wie ein Speicher in Grandvillard in Wohnräume verwandelt, wie die Infrastruktur den heutigen Komfortansprüchen angepasst, wie das Bedürfnis nach Licht durchfluteten Räumen befriedigt, welche Materialien verwendet, welche Teile der Raumausstattungen im Ligerzer Herbsthaus konserviert, welche rekonstruiert wurden..., und trotz allem die Echtheit und der Geist des «Alten» noch spürbar ist.

     

    Im Tessin, im Thurgau, in Graubünden und in Winterthur konzentrieren sich die Aktivitäten des Denkmaltags auf einen Ort resp. eine Stadt. Rundgänge, Ausstellungen, Diskussionsrunden und Konzerte laden ein zum Verweilen und zur Erkundung von Mendrisio, Arbon, Filisur und Hegi. Zahlreiche Veranstaltungen bieten guten Anschauungsunterricht für die intensiven Diskussionen über den Umgang mit den riesigen Fabrik- und Verwaltungsgebäuden stillgelegter Industriebetriebe: In Genf etwa empfängt die internationale Organisation der «Médecins sans Frontières» die Besuchenden an ihrem neuen Sitz – der ehemaligen Zweigniederlassung des Zürcher Autoherstellers Robert Bosch.

     

    Wer den Dankmaltag in der Schweiz verpasst hat, kann eine Woche später im Fürstentum Liechtenstein, auf der Burg Balzers, in die Welt des Mittelalters eintauchen und erfahren, wie die Zukunft des einstigen Sitzes des Minnesängers Freiherr Heinrich II. von Frauenberg (1284–1305) aussieht.

     

     

    Medienmitteilung als PDF

     

    Begleitbrief als PDF

     

     

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