Landwirtschaftliche Strukturen sowie die Situation als wichtige Station an der Albulapassroute am Übergang zum Engadin haben die historische Siedlungsanlage von Filisur und die Architektur seiner Häuser bestimmt. Die enge kulturelle Verbindung mit dem Engadin schlug sich zum Beispiel in der Verwendung der romanischen Sprache nieder, die aber im 19. Jahrhundert durch Auswanderung und Verpachtung an walserische Bauern zurückgedrängt wurde und dann mit dem Albulabahnbau endgültig verschwand.
Die kulturellen Zusammenhänge mit dem Engadin kommen insbesondere auch in der Architektur zum Ausdruck. Die vorherrschende Hausform ist der mit der Bezeichnung «Engadiner Haus» gefasste Bautyp. Dieser findet sich nicht nur im Engadin, sondern auch in den angrenzenden Talschaften, im Bergell, im Münstertal und im oberen Vinschgau sowie speziell in ganz charakteristischer Form auch im Albulatal, gefördert durch den kulturellen Transfer, der sich mit dem Transitverkehr ergab. Zahlreiche sehr typische Beispiele für diese Hausform sind erhalten. Wohnteil und Stall sind dabei «unter einem Dach» angeordnet. Die Zufahrt in die Stallscheune und in den Viehstall erfolgte durch das Wohnhaus, den so genannten Sulèr bzw. die Cuort im Untergeschoss.
Die prägende Bedeutung des Verkehrs widerspiegelt die Siedlungsstruktur des ausgeprägten Strassendorfes: Die Wohnhäuser und Ställe des historischen Dorfkerns reihen sich entlang der Talstrasse. Die Häuser orientieren sich räumlich, mit ihren schmuckvollen Sgraffito-Fassaden und mit Erkern auf den Strassenraum. In jüngerer Zeit führte der Strukturwandel in der Landwirtschaft dazu, dass die wenigen verbleibenden Bauernbetriebe ausserhalb des Dorfkerns angesiedelt wurden. Eine schwierige und anspruchsvolle Aufgabe ist es, die vom landwirtschaftlichen Leben geprägten Häusern mit ihren grossen Stallteilen sinn- und qualitätsvoll weiterzuentwickeln. Die im Bau befindliche Umfahrungsstrasse wird weitere einschneidende Veränderungen für das Dorf bringen und wird als Chance verstanden, dem historischen Dorfkern neue Attraktivität zu geben.
3./4.9.2005
Samstag, 3. September
um 9.30 Uhr
Begrüssung und Eröffnungsfeier auf dem Platz des Gemeindehauses
von 11.00 bis 18.00 Uhr
Fotoausstellung mit alten Ansichten von Filisur
von 11.00 bis 12.30 Uhr, von 14.00 bis 15.30 Uhr und
von 16.00 bis 17.30 Uhr Führungen 1 bis 5, Detailbeschrieb siehe entsprechender Eintrag
von 18.30 bis 20.00 Uhr
Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema «Filisur nach der Ortsumfahrung», in der Turnhalle des Schulhauses, anschliessend Apéro und Imbiss
Sonntag, 4. September
um 10.15 Uhr
Besammlung und Information auf dem Gemeindeplatz
von 10.30 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 15.30 Uhr Führungen 1 bis 5, Detailbeschrieb siehe entsprechendes Programm
von 10.30 bis 15.30 Uhr
Fotoausstellung mit alten Ansichten von Filisur
Bündner Heimatschutz
Poststr. 43
7000 Chur
Kantonale Denkmalpflege
Loestr. 14
7000 Chur